Flüchtlingshilfe in Griechenland

vom Verein Respekt für Griechenland e.V. durch Entsendung von Freiwilligen Berichte aus Lesbos und Athen

Claus schreibt, warum er mithilft

Claus aus Berlin ist Automechaniker und Studienrat im Seniorenalter. Für die „Initiative: Respekt für Griechenland“ bereitete er im Frühherbst 2015 die Ankunft der ersten „Volunteers for Lesvos“ vor. Seither unterstützt er immer wieder über längere Zeiträume die Flüchtlingsarbeit auf der Insel. Seine Fähigkeit, alles reparieren zu können, brachte er zudem mehrere Monate ins Hostel Welcommon ein – während der Aufbauphase und erneut Anfang 2017.

Claus schreibt (Winter 2015/16):

 Für mich hat das, was ich hier an den Küsten von Lesbos erlebe, auch einen direkten Bezug zu meiner eigenen Lebensgeschichte, das wird mir oft nachts in aller Stille beim Verarbeiten des Erlebten wieder bewusst aus den Erzählungen meiner Mutter:

Das Berliner Zuhause kurz vor Kriegsende von Bomben zerstört, verzweifelte Menschen auf der Flucht, strenge Minusgrade, erfrorene Babies an den Straßenrändern. Auf der Flucht aus dem Osten unter dem dicken Mantel eines Möbelfahrers durch dessen Körperwärme vor dem Erfrieren bewahrt – ich hatte ‚Glück’! Ein wenig von diesem Glück zurückgeben zu können, das ist mein Wunsch und mein Ziel. Claus K.

Claus auf Lesbos vor der No Border Kitchen, 2016

Claus schreibt (August 2016):

Unsere Freiwilligenarbeit für Flüchtlinge in Griechenland ist humanitäre Arbeit. Das Wissen, Reden und Schreiben über deren Notlage sowie über die politischen Ursachen ihrer Flucht ist die eine Sache, die konkrete Hilfe für die Menschen vor Ort die andere. Sie ist täglich dringend notwendig angesichts der Situation in den Flüchtlingslagern. Es fehlt an helfenden Händen und Herzen allerorts, sie sind durch Geld allein nicht zu ersetzen. Aber an finanziellen Mitteln fehlt es eben auch, an genügend Geld von Spendenden, um den Geflüchteten ein menschenwürdiges Dasein zu erlauben.

Auf die eine oder andere Art zu helfen, dabei zu sein, mitzuwirken aus der Ferne als Spender oder direkt vor Ort bei den notleidenden Menschen – als Versuch zumindest, der empfundenen Ohnmacht etwas Eigenes entgegenzusetzen- was bleibt sonst? Wir haben die Freiheit und die Mittel, das für uns selbst zu entscheiden – jeder für sich und nach seinen Möglichkeiten.

 

 

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